Der steuerliche Pauschbetrag für Menschen mit Behinderungen soll verdoppelt werden. Das hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) jetzt in der Bild am Sonntag gesagt. Der Betrag stiege somit von 3.700 Euro auf 7.400 Euro. Das belaste den Staatshaushalt mit knapp einer Milliarde Euro im Jahr, so Scholz. Die Steuererleichterung sei für den Minister ein „Signal des Respekts“.

Auch der Sozialverband VdK zeigte sich darüber erfreut. Präsidentin Verena Bentele dazu: „Wir sind froh, dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz Nägel mit Köpfen macht. Das ist ein überfälliger Schritt, den wir seit Jahren fordern. Der Behindertenpauschbetrag wurde seit 1975 nicht mehr angepasst. Er wird seiner Entlastungsfunktion einfach nicht mehr gerecht.“ Der Verband fordert, den Pauschbetrag zu dynamisieren, sodass er automatisch mit der Inflationsrate steige. Zusätzlich müsse die Möglichkeit erhalten bleiben, Einzelnachweise für höhere Kosten als die Pauschale anzuerkennen. Wäre der Pauschbetrag seit 1975 jedes Jahr an die Inflationsrate angepasst worden, so der VdK, wären die jeweiligen Beträge je nach Grad der Behinderung im Jahr 2019 mehr als doppelt so hoch gewesen.

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