Die Aufnahme der empfohlenen Qualitätskriterien aus der S2k-Leitlinie: „Nichtinvasive und invasive Beatmung als Therapie der chronischen respiratorischen Insuffizienz – Revision 2017“
– im Speziellen den pädiatrischen Bereich betreffend – erfolgte auch hier quasi im Kopierverfahren. Wenn man es aus den QPR herauslesen möchte – und je nach Vereinbarung mit den Kostenträgern – sind die Pflegedienste angehalten Gesundheits- und Kinderkrankenpflegekräfte einzusetzen. Vorrangig.

Vorrangig? Die Leitlinie empfiehlt analog zur Fachbereichsleitung im Erwachsenenbereich und bezieht sich auf positive Erfahrungen in der Vergangenheit und verweist daher auf die Möglichkeit der Pflege beatmeter Kinder durch alle drei „klassische Pflegeberufsgruppen“. Spezialisierte Weiterbildungen vorausgesetzt. Was im Erwachsenenbereich als eine willkommene und natürlich sinnvolle Änderung gehalten wurde, kam im Kinderbereich dem außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege nicht nur gut an. Die Frage nach der zukünftigen Gestaltung der Kinderintensivpflege wird im Vortrag „QPR Ambulante Kinderkrankenpflege“  auf dem KAI am 20. November aus Expertinnensicht auf mehreren Ebenen differenziert betrachtet.

Bis heute gilt, dass der Bereich der ganz Kleinen ein viel selbstkritischerer ist. Insbesondere Leitungen im Sandwich zwischen fachlicher Verantwortung in die eine und betrieblichen, wirtschaftlichen Fragestellungen in die andere Richtung berichten von einer Mehrfachbelastung der Kinderintensivpflege. Grundsätzlich ist der Anteil im Vergleich zum Erwachsenenbereich  deutlich kleiner und somit anfälliger für strukturelle Veränderungen. Allerdings macht dies den Bereich nicht weniger vielfältig. Das Gegenteil ist der Fall. Auch hier steigen die Fallzahlen, immer komplexere Krankheitssituationen können beherrscht werden. Und ohnehin handelt es sich oft um die seltensten unter den seltenen Erkrankungen. Genau hier liegt der Grund für die geforderte
Expertise unter den Pflegenden. Aus sich selbst heraus. Allerdings sind Kinderkrankenpflegekräfte ohnehin ein seltenes Gut.

Dazu kommt noch die Tatsache, dass Kinder ganz selbstverständlich bei ihren Eltern aufwachsen sollten. Fast ohne Ausnahme. Häusliche Barrieren gibt es zunächst wenige, sodass eigentlich nichts dagegenspricht, wäre da nicht der Mangel an Pflegekräften, der die häusliche Versorgung ohnehin zu verdrängen droht. Ein noch härterer Kampf, auch mit Kliniken, um eine noch kleinere Gruppe professionell Pflegender, die steigende Fallzahl mit dem ungebrochenen Wunsch nach häuslicher Versorgung und die selbst hier nicht mehr so locker sitzende „Geldhand“ der Kostenträger bringt den kleinen Bereich der Kleinen grad an seine Grenzen. Erste mögliche Schritte werden gegangen. Selbstkritisch wie immer. (jk)