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Der Einsatz eines Hustenassistenten beim Sekretmanagement

Der Hustenassistent (engl. Cough Assist) ist ein Gerät, das Patienten mit Hustenschwäche beim Mobilisieren und Entfernen von Bronchialsekret unterstützt.

Vorrangig profitieren Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen mit teilweisen oder vollständigen Lähmungen der Atemmuskulatur vom Hustenassistenten, da geschwächte Inspirations- und Exspirationsmuskulaturen eine Abhustschwäche verursachen können.

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Wie wendet man den Hustenassistenten an?

Der mechanische Insufflator-Exsufflator kann invasiv über den Endotrachealtubus oder eine Trachealkanüle, aber auch nichtinvasiv über ein Mundstück oder verschiedene Beatmungsmasken angewendet werden. Somit ist der Hustenassistent eine sichere und komfortable Alternative zum Absaugen, was jedoch nicht bedeutet, dass darauf komplett verzichtet werden kann.
Ein Sekretmanagement ist mit diesem Gerät bei Kleinkindern, Jugendlichen und Erwachsenen möglich, kann aber auch bei Säuglingen durchgeführt werden.

Wie funktioniert der Hustenassistent?

Der Hustenassistent unterstützt bzw. übernimmt wirksames Mobilisieren von Sekreten (Abhusten) von Bronchialsekreten.
Ein Hustenassisstent erzeugt zunächst einen Überdruck und schaltet dann schnell auf Unterdruck um. Der Überdruck insuffliert eine Luftmenge in das Bronchialsystem. Der anschließende Unterdruck (Sog) zieht das Sekret aus dem Bronchialsystem in die Luftröhre (Trachea), wo es dann endotracheal abgesaugt werden kann oder auch bis in den Rachen, wo es heruntergeschluckt werden oder ausgespuckt werden kann.

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Die Insufflation und Exsufflation geschieht atemsynchron und kann getriggert oder manuell durchgeführt werden. Bei Inspiration erfolgt eine Überblähung. Das weitet das Bronchiallumen. Bei Exspiration entsteht ein Sog, wodurch Sekret aus der Lunge heraus befördert wird.

Zur Info

Insufflation ist die Einblasung von Gasen, Dämpfen oder Pulvern in ein Hohlorgan, hier also die Lunge. Exsufflation ist das Gegenteil, also das Absaugen von Gasen, Dämpfen oder Pulvern aus einem Hohlorgan.

Generell kann man so sicherstellen, dass die Atemwege frei bleiben. Das hat folgende Vorteile:

  • Verhinderung von Atemwegsinfektionen
  • Erleichterung der Atemarbeit
  • Verhinderung von Atelektasen

Welche Einstellungen werden bei einem Hustenassistenten vorgenommen?

Grundsätzlich werden die Parameter beim Hustenassistenten vom Arzt eingestellt.
Ein Hustenzyklus besteht aus drei Phasen:

Einatmung

Festlegen des Einatemdrucks (Überdruck), des Einatemflows (hoch, mittel, niedrig) und der Einatemzeit (0,1 -5,0 s)

Ausatmung

Festlegen des Ausatemdruckes (Sog) und der Ausatemzeit (0,1 – 5,0 s)

Pause

Festlegen der Ausatempause (0,1 – 5,0 s)

Ein Gerätetausch sollte nicht willkürlich durchgeführt werden, da die Geräte verschiedene Einstellmöglichkeiten aufweisen.

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Wie oft wird der Hustenassistent benutzt?

Während einer Therapieeinheit sollte man den eingestellten Hustenzyklus vier- bis fünfmal wiederholen. Wie viele Therapieeinheiten in 24 Stunden durchgeführt werden, hängt von der Sekretmenge und der ärztlichen Verordnung ab.

Verschiedene Hustenassistenten

Vereinzelte Geräte bieten mittlerweile kleinere Besonderheiten an, wodurch die Hustenassistenz vereinfacht oder eine noch höhere Effektivität erreicht wird. So gibt es Geräte mit sogenanntem Cough-Trak, die eine automatische Triggerung ermöglichen, wobei sich das Gerät dem Patienten anpasst.

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Es ist ebenfalls möglich, verschiedene Modi an einem Gerät einzustellen, so dass beispielsweise zu unterschiedlichen Tageszeiten verschiedene Modi angewandt werden bzw. bei fortschreitender Erkrankung automatisch ein veränderter Modus möglich ist, ohne eine längere „Testphase“ in einem Krankenhaus oder einer Weaningeinrichtung durchzuführen.
Gibt es Kontraindikationen?
Aufgrund des sehr hoch gewählten Drucks kommt es zu einer enormen Überblähung der Lunge und zu einem erhöhten inspiratorischen Volumen. Das kann auch Komplikationen verursachen. Daher ist der Hustenassistent bei folgenden Faktoren kontraindiziert:

  • COPD
  • Lungenemphysem
  • Pneumothorax
  • Lungenverletzungen
  • Wirbelsäuleninstabilität
  • Akute Lungenentzündung
  • Akutes Atemnotsyndrom
  • Tracheo-Ösophagal-Fistel
  • Kürzliches Barotrauma
  • Fehlende Einwilligung in die Therapie

In den letzten Jahren hat die Bedeutung des Hustenassistenten stark zugenommen, da oftmals eine positive Einschätzung für die verschiedenen Geräte gegeben wurde. Somit ist ein signifikanter Nutzen für die Mobilisation und Elimination von Bronchialsekret vor allem bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen, Querschnittlähmung und erworbener Muskelschwäche erkennbar.

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