Das Mitarbeitergespräch als wichtiges Instrument der Personalführung

Für die erfolgreiche Unternehmensführung ist eine gute Kommunikation mit den Mitarbeitenden entscheidend. Eines der zentralen Instrumente, das Führungskräften dafür zur Verfügung steht, ist das Mitarbeitergespräch. Es bietet die Chance, strukturiertes Feedback auszutauschen und Themen der Mitarbeitenden aufzuarbeiten. In der außerklinischen Intensivpflege gewinnt das Instrument zusätzlich an Bedeutung: zum einen durch die dezentrale Arbeitsweise; vor allem aber, weil die Betreuung von zum Teil jungen Beatmungspatienten in oft langen Schichten emotional hoch anspruchsvoll ist. In diesem Kontext sind Kommunikation und Austausch essenziell.

Zumeist werden mit Mitarbeitergesprächen die strukturierten Gespräche assoziiert, die verbindlich und regelmäßig – oft jährlich – stattfinden. Sie dienen der Mitarbeitermotivation, der Betrachtung von Entwicklungsperspektiven, sowie der Vereinbarung von Zielen. Im Idealfall erzielen Mitarbeitergespräche dadurch langfristig positive Effekte: einen besseren Einsatz der Mitarbeitenden entsprechend ihrer Kompetenzen, eine erhöhte Arbeitszufriedenheit, eine Verbesserung der Pflegequalität und dadurch die Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit des Intensivpflegedienstes.

Zielvereinbarungen im Mitarbeitergespräch ermöglichen für die Mitarbeitenden die Verständigung über erwartete Ergebnisse, die Abstimmung von Prioritäten sowie die Reduzierung möglicher Zielkonflikte. Zielvereinbarungen tragen aber auch zur Umsetzung der strategischen Ziele des Unternehmens bei, denn es wird eine gemeinsame Ausrichtung geschaffen. Diese Einbeziehung der Mitarbeitenden fördert wiederum ihre Motivation sowie die Identifikation mit dem Intensivpflegedienst.

Mitunter können auch Anlässe wie eine merkliche Überforderung von Mitarbeitenden, zum Beispiel durch die hohe Verantwortung sowie die komplexen Anforderungen in der Versorgung schwerstpflegebedürftiger Kinder und Erwachsener, in Mitarbeitergesprächen aufgearbeitet werden. Auch Probleme wie mangelnde Arbeitsqualität können hier Platz finden. Dabei ist es wichtig, wertschätzend und respektvoll zu bleiben und sich auf einen konkreten Verbleib – wie Unterstützungsmöglichkeiten – zu verständigen.

Sowohl die Anerkennung der erbrachten Leistungen als auch konstruktive Kritik und das Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen sind wichtige Elemente der Führung, die es Mitarbeitenden erleichtern, sich selbst zu reflektieren und in ihrer Arbeit zu verbessern. Daher sollte das Mitarbeitergespräch in der außerklinischen Intensivpflege zu den Standards der Personalführung zählen.

Praxis-Tipps

  • Laden Sie die Mitarbeitenden mit genügend Vorlauf zum Gespräch ein und informieren Sie sie über Anlass, Ablauf und Schwerpunkte, damit sie sich vorbereiten können.
  • Sie sollten Ihrem Gesprächspartner auf Augenhöhe begegnen und sich gleichermaßen Gesprächsanteile einräumen. Planen Sie genug Zeit ein und wählen Sie eine ungestörte Umgebung. Die Nutzung eines Leitfadens gibt dem Gespräch Struktur und hilft beiden Seiten.
  • Lassen Sie auf den Gesprächseinstieg einen Rückblick mit Analysen und gegenseitigem Feedback folgen. Der Mitarbeiter sollte als erstes seine Sicht schildern können. Formulieren Sie anschließend im Ausblick gemeinsam Perspektiven, Wünsche und Ziele. Fassen Sie die Vereinbarungen abschließend zusammen.
  • Dokumentieren Sie Ihre Vereinbarungen schriftlich und für beide Seiten transparent. Die Dokumentation sollte vertraulich behandelt und dem Mitarbeiter im Anschluss zur Verfügung gestellt werden.


Autorin: Katharina Neumann, Personal- und Organisationsberaterin, contec GmbH

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