Menü

Förderpreis für Intensivpflege:
Das ist der Gewinner! 2015

Die Abstimmung über den Gewinner des Förderpreises für Intensivpflege ist abgeschlossen. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die einem der Nominierten ihre Stimme gegeben haben, und gratulieren dem Preisträger!

Die Verleihung des Förderpreises findet am 14. Oktober 2015 im Rahmen des Kongress für Außerklinische Intensivpflege und Beatmung statt.

Hier sehen Sie nun das Ergebnis:

Platz 1

Bruno Schmidt – Bruno’s ALS-Challenge
8836 Stimmen

bruno schmidt als challenge

„Eine bewundernswerte Aktion und eine fantastische Unterstützung für alle ALS-Patienten und deren Angehörige.”

Bruno Schmidt ist 49, Familienvater und leidet an ALS. Die Diagnose der unheilbaren Muskelkrankheit bedeutete für ihn nicht den Rückzug ins Privatleben, im Gegenteil: Bruno Schmidt möchte einen Beitrag leisten, um sich und anderen ALS-Patienten zu helfen. Seine Leidenschaft, der Radsport, hat ihn auf eine spektakuläre Aktion gebracht: Brunos ALS-Challenge. Auf einer Radtour quer durch Deutschland besucht Bruno Schmidt – unterstützt durch ein großes Team von Helfern – andere ALS-Betroffene und fördert damit den Austausch und die Vernetzung. Ein Film über die Tour soll dem Krankheitsbild die wichtige Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verschaffen und zu Spenden aufrufen, die Herr Schmidt dem Verein ALS der Wunsch zu Leben e.V. zugute kommen lassen wird. Über seine Webseite und die sozialen Netzwerke hält Bruno Schmidt alle Interessierten über den Fortschritt seiner Challenge, über die großen und kleinen Erfolge auf dem Laufenden.

Webseite: alleliebenschmidt.de

Platz 2

Laetitia Hackenberg-Werner – Pionierarbeit für die Versorgung von Wachkoma- und Beatmungspatienten in Wohngemeinschaften
8550 Stimmen

hackenberg-werner intensivpflege

„Ich behandele unsere Bewohner so, als würde es sich um meine Eltern, meine Geschwister oder Kinder handeln.”

Laetitia Hackenberg-Werner, Pflege-Expertin für u.a. Wachkomapatienten, außerklinische Beatmung und Palliativpflege, hat Pionierarbeit in der Intensivpflege vor allem in Nordrhein-Westphalen geleistet. Nachdem Sie im Jahr 2000 die bundesweit erste Fachpflegeeinrichtung für Wachkomapatienten mit einer MRSA-Kontamination eröffnet hat, gründete sie 2003 die erste qualifizierte Wohngemeinschaft für intensivpflegebedürftige Menschen in Nordrhein-Westphalen. Sie setzte sich dabei gegen die Vorurteilen von Behörden und Krankenkassen durch, um ihrem zentralem Anliegen nachzukommen: Die Versorgung von Wachkoma- und Beatmungspatienten in häuslichem Ambiente, außerhalb klinikähnlicher Einrichtungen. Heute findet das Konzept der Wohngemeinschaften in diesem Bereich zunehmend Verbreitung.
Ihre Erfahrungen hat Frau Hackenberg-Werner in mehreren Facharbeiten festgehalten und durch Artikel in Fachzeitschriften einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Webseite: intensivpflege-benjamin.de

Platz 3

Verein ALS mobil e.V.: Wertvolles Wissen für das Pflegepersonal in der AIP
651 Stimmen

als-mobil

„Der regional größte Zusammenschluss von ALS Patienten gibt durch seine geballte Erfahrung zahlreiche neue Tipps, Tricks und Denkanstöße an das Pflegepersonal in der AIP.”

Der ALS mobil e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen umfassenden Service speziell für ALS-Betroffene, deren Angehörige, Pflegekräfte und Therapiebegleiter anzubieten. Hier engagieren sich lebensfrohe und aktive Betroffene, aber auch Angehörige und Pflegekräfte. Anhand persönlicher Erfahrungen geben sie Unterstützung bei der Erleichterung des Alltags in der außerklinischen Intensivpflege – von der Wahl des Beatmungsgerätes bis hin zur Hilfe bei der Suche nach dem geeignetem Pflegepersonal. Das im Verein gesammelte Wissen wird an das Pflegepersonal der AIP weitergegeben und hilft so, diesen Bereich der Pflege konstant zu optimieren.
Um die Aufmerksamkeit und Unterstützung der Öffentlichkeit für die Krankheit ALS zu erhöhen und Betroffenen zu zeigen, dass ein Leben mit ALS lebenswert sein kann, tritt der Verein u.a. bei Kongressen auf und organisiert selbst Veranstaltungen sowie groß angelegte Spendenaktionen.

Webseite: als-mobil.de

Platz 4

Katja Hickel: Ansatz für ein verbessertes Demografiemanagement in der AIP
506 Stimmen

Katja Hickel

„Mein Herz ist in der Pflege angekommen – deswegen möchte ich Probleme, die sich in Zukunft in diesem Berufsfeld zuspitzen werden, schon jetzt angehen!”

Die ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin Katja Hickel wendet sich einer zunehmend akut werdenden Problematik in der ambulanten Intensivpflege zu: dem wachsenden Anteil der Pflegekräfte über 50 Jahre, die sich auf Grund des Nachwuchsmangels in der Branche mit steigenden Arbeitsanforderungen konfrontiert sehen. Pflege-Unternehmen müssen angemessen auf diese Veränderungen reagieren. In Ihrer Bachelorarbeit im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiums bearbeitet Katja Hickel deswegen die Frage: “Wie wird die eigene Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter im Alter von „50 Plus“ im Arbeitsbereich der ambulanten Intensivpflege erlebt und wie wirken sich die Arbeitsbedingungen auf die psychische Belastung der Arbeitnehmer aus?” Mit Hilfe einer Mitarbeiterbefragung sowie der aktuellen Forschungsliteratur analysiert Frau Hickel Gefahren und Ressourcen, die auf die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter Ü50 einwirken. Darauf aufbauend erarbeitet sie konkrete Maßnahmen zur Erhaltung, Förderung und Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.

Platz 5

Pia Achinger: Informationsbroschüre für Angehörige auf der Intensivstation

352 Stimmen

pia achinger

„Der Erhalt von „Informationen“ ist eines der wichtigsten Bedürfnisse von Angehörigen auf der Intensivstation – egal, welche Sprache sie sprechen!“

Im Rahmen ihres Pflegewissenschaftsstudiums hat Pia Achinger eine Informationsbroschüre für Angehörige auf der Intensivstation entworfen und diese in die englische, russische, polnische, türkische, italienische und arabische Sprache übersetzen lassen. Ziel der Broschüre ist es, den Angehörigen erste wichtige Informationen zu geben und ihnen Ängste und Sorgen vor dem Betreten der Intensivstation zu nehmen. Die Angehörigen erhalten Informationen zu den Geräten und Geräuschen, die sie erwarten, zu Infusionen, die ihre Lieben erhalten, aber auch zu Besuchszeiten und wichtigen Telefonnummern. Aufkommenden Fragen wie: „Darf ich meinen Mann überhaupt anfassen?“ oder „Warum piepst es hier überall?” werden – in einfacher Sprache – ebenfalls beantwortet. Die Broschüre wird zunächst im Klinikum Wolfsburg ausliegen, kann mit kleinen Änderungen jedoch für jede Intensivstation verwendet werden.

Platz 6

Jana Scharf: Integratives Intensivpflege-Wohnprojekt Haus Vitamen

134 Stimmen

jana scharf haus vitamen

„Wir finden es wichtig, im Zeitalter der Inklusion einen kleinen Beitrag zu leisten!”

Vor 2 Jahren starteten die Pflegekräfte Jana und Sebastian Scharf das generationsübergreifende und integrative private Wohnprojekt Haus Vitamen in der Region Hannover. Es bieten eine kleine familiäre Alternative zu stationären Einrichtungen für maximal 3 intensivpflegebedürftige Mitbewohner. Der Gedanke, in einem Mehrgenerationshaus zusammenzuleben, egal ob jung oder alt, gesund oder krank, klein oder groß, hat das Haus Vitamen geprägt: Heute leben Jana und Sebastian Scharf dort gemeinsam mit den Patienten und ihren Kindern Laura (14) und Niklas (17). Neben der Begleitung von Intensivpflegebedürftigen und ihren Angehörigen, war es dem Ehepaar auch ein großes Anliegen, ihre Kinder für die Thematik und den Umgang mit den Schwächeren der Gesellschaft zu sensibilisieren. „Es gibt nichts Schöneres als Dankbarkeit zurückzubekommen für all die gemeinsamen Momente, für all die Offenheit und für all die letzten Minuten im Leben eines Menschen, der würdevoll aus dem Leben gehen konnte!”, sagt Jana Scherf.

Webseite: vitamen.de

Platz 6

Katja Loesche: Konzept „Internes Fehlermeldesystem” für ambulante Intensivpflegedienste

134 Stimmen

Katja Loesche Förderpreis Intensivpflege

„Sie hat viele Stunden mit der Arbeit daran zugebracht – und das unentgeltlich!”

Katja Loesche arbeitet für einen ambulanten Intensivpflegedienst mit etwa 800 Mitarbeitern und 9 Standorten. Für diesen hat sie nach dem Prinzip „Aus Fehlern werden alle klug“ ein internes Fehlermeldesystem entwickelt. Über den Fehlermeldebogen eines internen Online-Mitarbeiterportals können Mitarbeiter des Pflegeunternehmens Fehler an einen Qualitätsbeauftragten melden. Dieser reagiert – je nach Art des Fehlers unterschiedlich – in einem Feedback-Portal auf die Meldungen. In der Regel wird im Rahmen des Qualitätzirkels entschieden, wie die Fehlerquelle bestmöglich auszuschalten ist. Allen Mitarbeitern ist es möglich, den Bearbeitungsstatus des Fehlers einzusehen. Das Fehlermeldesystem ist anonym, sanktionsfrei, freiwillig und für jeden Mitarbeiter des Unternehmens zugänglich.
Ziel und Erfolge des Systems sind die Verbesserung der Pflegequalität und Patientensicherheit, der Schutz der Mitarbeitern vor Fehlern oder Beinahefehlern sowie eine größere Nachhaltigkeit im Fehlermanagement für das gesamte Unternehmen.