Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) zeigt sich offen für eine Unterstützung der Intensivstationen durch Zeitarbeitskräfte bei coronabedingter Überlastung. Fachpflegepersonen auf Intensivstationen arbeiteten in einem hochkomplexen Gebiet und hätten überwiegend eine Zusatzausbildung oder verfügten über Berufserfahrung, sagte DBfK-Präsidentin Christel Bienstein jetzt der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Für eine gute pflegerische Versorgung ist diese Qualifikation notwendig und bei Personalmangel sollte man zuerst versuchen, Personal mit der Zusatzausbildung beispielsweise über Zeitarbeitsfirmen oder den Freiwilligen-Pool zu bekommen.“

„Das kann man nicht auf die Schnelle lernen“, betonte sie. „Man kann sich auch begrenzt durch Arbeitsteilung behelfen, indem Pflegefachpersonen aus anderen Bereichen unterstützend mitarbeiten.“ Insgesamt sei die Situation der Pflegekräfte angespannt, erklärte Bienstein. Einige Intensivstationen seien sehr belastet, bei anderen gebe es noch größere Kapazitäten. „Es ist aber absehbar, dass sich die Situation zuspitzen wird, wenn immer mehr Menschen sich infizieren und damit mehr Intensivbehandlung benötigen“, sagte sie.

Laut Bundesagentur für Arbeit hat sich die Zahl der Krankenpflegekräfte in Leiharbeitsunternehmen zwischen 2014 und 2018 auf 22.000 fast verdoppelt. Gründe dafür seien überdurchschnittliche Löhne, Mitbestimmungsrechte bei Dienstplänen und bezahlte Überstunden. Allerdings habe sich dieser Trend 2019 nicht fortgesetzt. Stattdessen sei die Zahl im Vergleich zu 2018 um vier Prozent zurückgegangen. Insgesamt liege der Anteil der Leiharbeiter an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pflege bei knapp zwei Prozent. (epd)

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